Sicherheit für Eilige#
Du möchtest nicht, dass Unternehmen dir im Internet hinterherschnüffeln?
Möchtest dich wehren, hast aber wenig Zeit und weißt nicht, wo du anfangen sollst?
Hier ist mein Starterpaket gegen kommerzielle Überwachung mit Tipps, die superschnell umgesetzt sind – auf dem heimischen Rechner genauso wie auf dem Smartphone.
Wer sich gerne tiefer einfuchst, findet in jedem Tipp Links zu Hintergrundinformationen und Vorschlägen, die mehr Geduld und technisches Wissen erfordern.
Die ersten Schritte dürfen ruhig klein sein.
Lass dir Zeit. Digitale Selbstverteidigung ist ein Prozess, da legt man nicht einfach einen Schalter um.
1. Browser wechseln#
Wenn du bisher mit Google Chrome, Apple Safari oder Microsoft Edge ins Internet gegangen bist, lade dir Firefox von Mozilla herunter.
- Vorteile: Der Browser hat viele Datenschutzeinstellungen und kann mit Zusatzprogrammen (Add-ons) noch sicherer gemacht werden.
- Hintergrund: Firefox wird von der gemeinnützigen Mozilla Foundation entwickelt, während andere Browser kommerziellen Unternehmen gehören.
Hinweis für Smartphones: Zwar gibt es Firefox auch für Mobilgeräte, auf Apple-Geräten solltest du jedoch bei Safari bleiben. Wodurch Safari wenigstens etwas privatsphärefreundlicher wird, beschreibe ich hier.
Firefox ist ab Werk leider nicht so privatsphärefreundlich, wie ich mir das gewünscht hätte. Doch das lässt sich ändern. Wie du deinen Browser gegen Tracking schützt, erkläre ich in im Artikel zum sicheren Surfen am Rechner und auf Mobilgeräten..
Mehr Infos zu Firefox gibt es auf https://www.mozilla.org/firefox/.
2. Standardsuchmaschine wechseln#
Viele halten Google einfach für eine Suchmaschine. Die Googlesuche ist aber nur Googles Einstieg ins Geldverdienen.
Bei jeder Suchanfrage werden persönliche Daten gesammelt und zu Personenprofilen zusammengeführt, damit Googles Werbekunden ihre Werbung auf die Nutzer:innen zuschneiden können.
Darum rate ich zu anderen Suchmaschinen. Ich empfehle MetaGer – warum, erfährst du demnächst hier.
- Wie funktioniert MetaGer? Als Metasuchmaschine ergänzt MetaGer die Ergebnisse des eigenen Suchindex um Ergebnisse aus anderen Suchmaschinen. Die Privatsphäre der Suchenden bleibt gewahrt.
- Wer steckt dahinter? MetaGer wird von dem gemeinnützigen Verein SUMA-EV in Hannover betrieben.
Apple hat für seinen Browser Safari eine Liste möglicher Suchmaschinen festgelegt.
Hier ist DuckDuckGo die beste Wahl. Aber du kannst natürlich auch MetaGer verwenden, dann eben über die Website, die du als Lesezeichen oder Startseite setzt.
Mehr Infos zu Suchmaschinen findest du unter https://doks.privacy-guide/search-engines.
3. Schutz vor Tracking und Werbung einrichten#
Schon mit wenigen Klicks wird dein Browser privatsphärefreundlich(er):
Firefox auf dem Rechner (Linux, Windows, macOS)#
- Öffne das Menü (oben rechts hinter
≡) und klicke auf „Einstellungen“. - Wähle links „Datenschutz & Sicherheit“.
- Gehe im Abschnitt „Browser-Datenschutz“ bei „Seitenelemente blockieren“ auf die Einstellung „Streng“.
Firefox auf Androidgeräten#
- Klicke nach dem Start von Firefox unten rechts auf den „Drei-Punkte-Button“ (das Menü) und gehe auf „Einstellungen“.
- Im Abschnitt „Datenschutz und Sicherheit“ stellst du die Option „Verbesserter Schutz vor Aktivitätenverfolgung“ auf „Streng“.
Safari auf iOS-Geräten (ab Version 11)#
- Gehe auf deinem Gerät in die „Einstellungen“ und tippe auf „Safari“.
- Im Abschnitt „Datenschutz & Sicherheit" aktivierst du „Cross-Sitetracking verhindern“.
- Stelle „IP-Adresse verbergen“ auf „vor Trackern“ und deaktiviere „Datenschutzwahrende Werbemessung“.
Werbe- und Inhaltsblocker nachrüsten#
Zum Schutz vor Tracking empfehle ich zusätzlich das Firefox-Add-on uBlock Origin.
- Für den Rechner: Direkt herunterladen via
https://addons.mozilla.org/firefox/addon/ublock-origin/. Klicke auf „Zu Firefox hinzufügen“ und im Dialog auf „Hinzufügen“ – fertig. - Unter Android: Tippe in Firefox den Menübutton unten rechts an, anschließend „Add-ons“ und dann „Add-ons-Verwaltung“, wo du uBlock Origin aus der Vorschlagsliste wählst.
- Unter iOS: Hier kannst du die App Firefox Klar als Wer- und Trackingblocker einrichten.
4. Karten- und Navigationsdienst wechseln#
Dein Standort verrät viel über dich: wo du wohnst, wo du arbeitest und zu welchem Arzt du gehst. Das alles erfährt Google, wenn du deine Wege mit GoogleMaps suchst.
Die Alternative: OpenStreetMap#
Der Kartendienst OpenStreetMap ist freie Software und teilweise sogar genauer als GoogleMaps, da man die Karten selbst korrigieren und ergänzen kann.
Unterstützung ist immer gern gesehen.
Sollte dir OpenStreetMap optisch nicht zusagen, gibt es Alternativen, die auf dasselbe Kartenmaterial zugreifen, zum Beispiel Qwant Maps auf https://www.qwant.com/maps.
Apps für das Smartphone#
- OsmAnd: Eine App, mit der sich die Karten von OpenStreetMap auch offline benutzen lassen.
In der kostenlosen Version kannst du eine begrenzte Zahl von Karten gratis herunterladen. Mit OsmAnd+ bietet Android zudem eine kostenpflichtige Variante an – mit unbeschränktem Funktionsumfang und ohne Downloadlimit. - Organic Maps: Eine etwas hübschere Alternative zu OsmAnd mit weniger Funktionen. Zu finden unter
https://organicmaps.app/.
5. Messenger: Signal#
Den perfekten Messenger gibt es nicht. Wohl aber einige, denen sichere Kommunikation und Privatsphäre wichtig sind.
Am zugänglichsten ist Signal, weil Oberfläche und Bedienung ähnlich sind wie bei den bekannteren Messengern. Das hat sicherlich zur Verbreitung beigetragen.
- Sicherheit: Die Kommunikation ist bei Signal Ende-zu-Ende-verschlüsselt.
- Funktionen: Es gibt alles, was man von einem modernen Messenger erwartet: Gruppen, verschlüsselte Audio- und Videoanrufe, Sticker und vieles mehr.
- Software: Es handelt sich um freie Software. Zur Anmeldung brauchst du allerdings eine Telefonnummer.
Installation#
Für Mobilgeräte gibt es Signal im offiziellen Appstore. Wer nicht den Google Play Store benutzen möchte, holt sich die App direkt über die Signal-Website https://signal.org/android/apk/ und wird trotzdem über Updates benachrichtigt. Auch auf dem Rechner kannst du Signal benutzen, wenn du die Desktopversion mit deinem Mobilgerät verbindest.
6. Am besten mit Passwortmanager#
Die Qualität deiner Passwörter entscheidet über die Verteidigung deines digitalen Lebens.
Passwörter schützen Accounts gegen fremden Zugriff.
Oberstes Gebot ist es daher, für jede einzelne Website und jeden Dienst ein gutes, einzigartiges Passwort zu wählen.
Allerdings kann sich kaum jemand so viele verschiedene Zugangsdaten merken. Hier hilft der Passwortmanager. Ich empfehle Programme auf der Basis von KeePass:
- Für Windows, Linux und MacOS: KeePassXC (
https://keepassxc.org/) - Für Android: KeePassDX (
https://www.keepassdx.com/) - Für iOS: KeePassium (
https://keepassium.com/)
Mein Tipp für den Start#
Du brauchst nun nicht gleich alle Passwörter auf einmal einzutragen.
Nimm dir lieber vor, jedes Passwort, das du irgendwo neu eingibst, zugleich im Passwortmanager zu speichern.
Später gehst du Account für Account durch und vergibst mit dem integrierten Passwortgenerator sichere, einzigartige Passwörter.
Wenn du deine Zugangsdaten direkt im Browser speichern möchtest, weil das Einloggen damit bequemer ist, geht das mit dem Add-on für KeePassXC.
Dennoch sollte man überlegen, ob es nicht aussreicht KeePassXC auf dem Rechner zu verwenden.
Wichtig: Speichere an mindestens einem Ort außerhalb deines integrierten Speichers eine Sicherungskopie deiner Passwortdatenbank, die du regelmäßig aktualisierst. z.b. USB-Stick.
Bequem lässt sich das über das integrierte Backup von KeePassXC oder ein eigenes Backup-Programm lösen.
Bald mehr dazu